Chronik

Im Jahre 1898 wurde die Schützenkompanie Hatting wohl vorwiegend aus Gründen der Traditionspflege gegründet. Unter den Hauptinitiatoren scheint der Name Ludwig Markt auf. Die Schützen sollten vor allem zu kirchlichen Festen ausrücken. Trachten und eine Fahne erhielt die noch junge Schützenkompanie im Jahre 1911, wobei Frau Karoline Krug als Fahnenpatin fungierte. Die Chronik berichtet auch über die Namen der Spender für die Tracht: Ferdinand Leismüller, Josef Mader, Josef Markt und Karoline Krug. Auch Frau Dr. Ohmstingl aus Inzing erwies sich als Gönnerin. Am Schießstand Hatting wurde Sonntag für Sonntag fleißig geschossen.

Im Jahr nach der Fahnenweihe übernahm Johann Wanner die Kompanie. 1915 wurden die noch nicht zum Kriegsdienst eingezogenen wehrfähigen Schützen über kaiserlichen Aufruf zum Standschützenbataillon nach Innsbruck beordert. Nach nur 14-tägiger Ausbildung wurden die jungen Soldaten zum Tonale-Paß abkommandiert, wo Hauptmann Wanner in diesem Bataillon als Leutnant diente. Der Einsatz dauerte bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918.

Nach Gründung der 1. Republik genossen die Schützen kein großes Ansehen; so formierte sich die Hattinger Schützenkompanie unter Hauptmann Wanner erst wieder im Jahre 1924. Im Jahr darauf übergab er die Führung an den jungen Karl Praxmarer, der sie bis zum Jahre 1938 erfolgreich führte. Dieser hatte im Ersten Weltkrieg als strammer Kaiserschütze gedient.
In der NS-Zeit war für die Schützen kein Platz, Trachten und Gewehre mussten abgeliefert werden. Erst gegen Ende des Zweiten Weltkrieges sollten die an die Standschützen ausgegebenen Waffen mithelfen, die unabwendbare Niederlage zu vermeiden.

Gleich nach dem Kriegsende übernahm Karl Praxmarer wieder die Führung der Kompanie und trat im Jahre 1949 seine Stelle an Heinrich Zangerl ab. 1950 ermöglichten viele Spenden die Anschaffung der neuen Nationaltracht. 1954 erheilt die Kompanie eine neue Fahne; die Gattin des Innsbrucker Fleischhauermeisters Josef Erhart, Frau Cäcilia Erhart, übernahm die Patenschaft. Im Rahmen dieses Festes wurde der verdiente Altkommandant Karl Praxmarer mit der Würde eines Ehrenmajors ausgezeichnet. Hauptmann Heinrich Zangerl verstarb bereits im folgenden Jahr seiner Amtsübergabe, worauf man Otto Konrader zum neuen Hauptmann wählte, der die Kompanie bis zum Jahre 1967 führte.

1968 wählte eine Vollversammlung den Tischlermeister Roland Wieser zum neuen Hauptmann, auf den viel Arbeit wartete, da genug Neuanschaffungen zu tätigen waren. Mit viel Einsatz wurde 1970 das Bezirksschützenfest in Hatting gefeiert, in dessen Verlauf der verdiente Bürgermeister Josef Schöpf vom Bund der Tiroler Schützenkompanien mit dem Ehrenkranz ausgezeichnet wurde. Im Juni 1977 verstarb Altobmann Johann Seeberger, dem man vor allem die Aufzeichnungen aus der Hattinger Schützenchronik von der Gründung bis zum Jahre 1960 verdankt.

1983 beging man das Bataillonsschützenfest wieder in Hatting, das, begünstigt durch das schöne Wetter, ein großartiges Fest wurde.

1985 erwarb die Hattinger Kompanie mit Hilfe der Gemeinde die nicht mehr benutzte Milchsammelstelle im Dorfzentrum. Die örtlichen Bauern hatten sich durch die Festsetzung eines günstigen Kaufpreises als großzügig erwiesen. Der Raum wurde daraufhin unter selbstlosem Einsatz der Vereinsmitglieder zu einem schmucken Schüzenheim gestaltet und im Mai 1986 zum ersten Mal benutzt.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 1986 wurde der langjährige Fähnrich Anton Auer für seine 60-jährige Treue zur Kompanie zum Ehrenfähnrich ernannt.

Nicht unerwähnt bleiben darf die lobende Nennung der Hattinger Schützen im Rahmen des Tiroler Freiheitskampfes. Eine bayrische Standarte, ein französischer Säbel mit Scheide und eine Marketenderinnenkassa wurden erbeutet. Sie befinden sich im Zeughaus zu Innsbruck.